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Die Kunst des Zuhörens und ehrlichen Mitteilens – als Schlüssel zu echter Verbindung

  • stefanieobrist
  • 25. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Kennst du solche Momente?


Ein Mensch erzählt dir etwas und schon beginnen die eigenen Gedanken zu kreisen.


Vielleicht taucht eine Antwort auf.

Vielleicht entsteht eine Idee.

Vielleicht möchtest du helfen oder deine eigene Erfahrung teilen.


Dabei geschieht etwas Spannendes:

Ein Teil deiner Aufmerksamkeit wandert bereits umher.


Zuhören ist eine aktive Form der Aufmerksamkeit

... und alles andere als passiv


Denn viele Menschen verbinden Zuhören mit etwas Passivem oder mit Stille.

Dabei braucht echtes Zuhören sehr viel Präsenz.


Es ist eine bewusste Entscheidung, einem Menschen mit voller Aufmerksamkeit zu begegnen.

Mit offenem Herzen.

Mit ehrlichem Interesse.

Mit der Bereitschaft, den anderen Menschen in seinem Erleben wahrzunehmen, ohne ihn sofort zu unterbrechen, zu bewerten oder eine Lösung anzubieten.

Es bedeutet, Raum entstehen zu lassen.

Raum, in dem sich ein Mensch vollständig zeigen darf.

Und manchmal ist genau das das grösste Geschenk:

Ich werde gehört.


Ehrliches Mitteilen beginnt bei dir selbst

Ebenso wertvoll wie das Zuhören ist das ehrliche Mitteilen.


Dabei geht es weniger darum, möglichst viele Worte zu finden.

Vielmehr geht es darum, mitzuteilen, was gerade jetzt in dir wahrnehmbar ist.

Eine einfache Möglichkeit besteht darin, zwischen Körperempfindungen, Gefühlen und Gedanken zu unterscheiden.


Das schafft häufig einen sicheren Rahmen, mehr Klarheit und Distanz zum Gesagten, ohne sich damit sofort zu identifizieren– sowohl für dich selbst als auch für dein Gegenüber.


Die drei Ebenen des ehrlichen Mitteilens

1. Körper

Ich spüre …

Zum Beispiel:

  • Ich spüre Verspannungen im Nacken.

  • Ich spüre Wärme in meinen Händen.

  • Ich spüre ein Kribbeln im Bauch.

  • Ich spüre Ruhe.

Hier beschreibst du einfach das, was dein Körper gerade wahrnimmt.


2. Gefühle

Ich fühle …

Zum Beispiel:

  • Ich fühle Freude.

  • Ich fühle Wut.

  • Ich fühle Traurigkeit.

  • Ich fühle Dankbarkeit.

  • Ich fühle Unsicherheit.

Gefühle dürfen einfach da sein.

Sie erzählen etwas über dein inneres Erleben.


3. Gedanken

Mein Kopf denkt, dass / ob …

Zum Beispiel:

  • Mein Kopf denkt, dass ich das schaffen werde.

  • Mein Kopf denkt, dass die EM eine gute Sache ist.

  • Mein Kopf denkt, dass ich mich beeilen sollte.

Solche Formulierungen machen deutlich, dass Gedanken beobachtbar sind.

Und sie bringen mehr Freiheit im Umgang mit den eigenen Gedanken.


Warum diese Art der Kommunikation so wertvoll ist

Wenn wir sagen:


Ich spüre …

Ich fühle …

Mein Kopf denkt, dass …

teilen wir einfach mit, was gerade da ist.


Ohne grosse Geschichten.

Ohne Schuldzuweisungen.

Ohne Recht haben zu müssen.

Ohne Erklärungen.

Ohne Verteidigung.


Also ohne dass, der Erstarrungs- Flucht oder Kampfmodus aktiviert wird.


Das schafft oft einen sicheren Raum für Begegnung.

Unser Gegenüber kann zuhören.

Und wir selbst bleiben mit unserem Erleben verbunden.


Zuhören und Mitteilen gehören zusammen

Echte Begegnung entsteht dort,

wo ein Mensch ehrlich mitteilt,

und ein anderer Mensch aufmerksam zuhört.

Beides ergänzt sich.

Wer sich gesehen und gehört fühlt, öffnet sich leichter.

Und wer sich ehrlich mitteilt, macht Begegnung überhaupt erst möglich.

Präsent und von Mensch zu Mensch.


Vielleicht ist das einer der schönsten Wege, Verbindung entstehen zu lassen.

Vielleicht beginnt genau dort Vertrauen.

Und manchmal sogar Heilung.


Ein kleiner Impuls für heute

Beobachte heute einmal bewusst:

Wie hörst du einem Menschen zu?

Und wie teilst du dich selbst mit?


Vielleicht probierst du dabei diese drei einfachen Sätze aus:

  • Ich spüre …

  • Ich fühle …

  • Mein Kopf denkt, dass / ob …


Echte Verbindung und Veränderungen entstehen manchmal genau dort.


Affirmationen

  • Ich höre mit offenem Herzen zu und teile mich ehrlich mit.

  • Ich bin ein lebendiger Teil der Natur und mit allem Leben verbunden.




 
 
 

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